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Neben den bekannten
Vätern
der Stadt Wolfsburg wie Ferdinand Porsche oder Peter Koller ist der
Mann
bislang unerwähnt, nach dessen Vorgaben in der bislang
unberührten Landschaft
Grünzüge, Einfamilienhäuser oder
Stockwerksbebauung vorzusehen waren: der
Garten- und Landschaftsplaner Wilhelm Heintz.
Der
Autodidakt Heintz war
aus dem Berliner Reichsheimstättenamt mit Koller bekannt.
Bereits im Winter
1937 erhielt er auf dessen Veranlassung den Auftrag zur Festlegung der
Nutzungsgebiete und zur Planung aller Grünflächen der
„Stadt des KdF-Wagens“.
Bis 1942 gab er Gutachten zur Bepflanzung der Bebauungsgebiete ab und
entwarf
Wohngärten, insbesondere am Steimker Berg. War sein letzter
Auftrag vor 1945
der Waldfriedhof im Wolfsburger Moor, so trat er ab 1951 erneut als
Grünplaner
für das VW-Bad und die Wohnungsbaugesellschaft
“Neuland“ in Erscheinung. Ohne
Wilhelm Heintz hätte Wolfsburg ein anderes Gesicht.
Nachdem Peter Kollers
Entwurf für die neue Stadt im März 1938 genehmigt
war, konkretisierte das
Stadtbaubüro den Ende 1937 erteilten Auftrag an Heintz, ein
Gutachten zur
Eignung des Bodens für unterschiedliche Bebauung und
für die Entwicklung von
Großgrünzügen im 1. Bauabschnitt abzugeben.
Fünf Wochen später legte Heintz die
ersten Planungen vor.
Ein weiterer Akteur im
Aufbau der Stadt war die 1938 gegründete
„Neuland“. Auseinandersetzungen
zwischen der Wohnungsbaugesellschaft und Heintz veranlassten Peter
Koller im
September 1939 sie aufzufordern, „in unsere Verpflichtungen
Herrn Heintz
gegenüber einzutreten und uns dies zu
bestätigen“,
um so eine einheitliche Planung sicher zu stellen.
Am 11.
November 1939 wurden
sieben Vereinbarungen zwischen den drei genannten Parteien getroffen,
darunter
eine über sämtliche Grünplanungen. Weitere
Detailaufträge waren:
die öffentliche
Grünanlagen
am „Steimker Berg“,
die städtischen
Friedhofsanlagen,
das öffentliche
Großgrün im
Nordviertel (lief seit Februar 1939),
der Abschluss des Gutachtens
zur Bodenkartierung und
die Begutachtung der
gärtnerischen Entwürfe zu Wohnblockgärten
der „Neuland“, um diese „mit der gesamten
städtebaulichen Anlage, dem öffentlichen
Grün, dem Grün in den Straßen,
Vorgärten usw.“ in Einklang zu bringen.
Ein
„Reisebericht
Fallersleben“ vom 8. Juni 1939 aus Heintz’
Büro belegt die bereits laufenden
Arbeiten an der Alleegestaltung der Achse Innenstadt –
Schloß Wolfsburg und der
Großgrünplanung Klieversberg. Letztere war am Abend
Thema einer gemeinsamen
Besprechung in Berlin und wurde von Koller „im Prinzip
genehmigt“, der „nur die
Osttreppe etwas weiter hinausgerückt haben will. An den
Nordwestabfall des
Klieversberges zum runden Platz will Herr Koller Erholungsterrassen mit
evtl.
Abschluss durch kleine Gebäude schaffen.“
Im Laufe des Jahres 1940
übertrug die Neuland Wilhelm Heintz die „Planung der
gärtnerischen Gestaltung,
einschl. der gartenwirtschaftlichen Ausarbeitung der anfallenden
Kleingartenparzellen im Vorentwurf für die angestrebte
siedlerische Nutzung“, d.h.
zur Selbstversorgung. Zum gleichen Zweck wurden ab Frühjahr
1940 infolge der
Kriegslage am Steimker Berg Vorgärten in Nutzgärten
umgewandelt „da der größte
Teil der Familien nur über einen außerordentlich
kleinen hinteren Gartenraum
verfügt.“
Nach der kriegsbedingten
Einstellung der Generalplanung zum 1. September 1942 verblieben Heintz
zwei
Aufträge: 1. „für das öffentliche
Großgrün im Nordviertel der Stadt“, dessen
Umsetzung unklar ist, und 2. „für die Fertigstellung
des Friedhofentwurfes“ im
Wolfsburger Moor, erteilt am 26.8.1942. Die dortigen
Bodenuntersuchungen
erfolgten schon im Oktober 1939 und der letzte Plan datiert vom
März 1943.
Auch in der Nachkriegszeit
gab es Arbeit für den Garten- und Landschaftsplaner in der
inzwischen
unbenannten Stadt Wolfsburg. 1951 stiftete das VW-Werk der Stadt ein
modernes
Freibad, das heutige „VW-Bad“ nach Plänen
des Architekten Gerhard Immendorff,
in den Entwürfen noch „Park-Schwimmbad“
genannt. Heintz übernahm neben der
Grünflächengestaltung die Einordnung der Anlage in
die Landschaft. Für
Wohnbauten war der wichtigste Auftraggeber der fünfziger Jahre
die bereits
bekannte „Neuland“, die Wilhelm Heintz noch 1953
eine Grünflächenplanung in der
Kleiststraße und deren Ausführung übertrug
– sein letzter belegter Auftrag in
Wolfsburg.
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